Kategorie: Subkulturelle Gedankenspiele

Subkulturelles Stadt-Land-Gefälle

Das Thema des zwölften und letzten „Gothic Friday“ (Subkultur in Eurer Stadt – Hier komme ich her, hier gehe ich hin) lässt meine Gedanken wehmütig in die Vergangenheit schweifen. In eine Zeit, in der Club- und Konzertnächte der alternativ-schwarzen Subkultur noch in einer akzeptablen Entfernung stattfanden. Als sich interessante Künstler wie beispielsweise „The Fair Sex“, „Letzte Instanz“, „The Merlons Of Nehemiah“ oder „Misfits“ (damals noch mit einem Sänger – Michale Graves – der diese Bezeichnung zu recht trug) in das nordöstliche Eck des bajuwarischen Freistaats verirrten und die Provinz unweit der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze nicht wie das Weihwasser vom Teufel gemieden wurde. Als die heimischen Plattenaufleger, Veranstalter und Clubbesitzer noch ein Herz für wavig-punkig-elektronische Klangwelten jeglicher dunkler Färbung hatten und es so zumindest hin und wieder in unmittelbarer Nähe die Möglichkeit gab, die Lieblingsmusik mit Gleichgesinnten in angenehmer Atmosphäre und in einer Dezibelzahl über Zimmerlautstärke liegend zu genießen. weiter lesen »

Woran ich glaube…

In diesem Monat stellten Robert und Shan Dark in ihrem Blog-Projekt „Gothic-Friday“ die Frage nach dem persönlichen Glauben. Woran glaube ich? Ist Glaube mit Religion gleichsetzbar? Dann lässt sich diese Frage schnell beantworten: Nichts. Christentum, Islam, Buddhismus, Judentum, Taoismus, Hinduismus und so weiter haben sich mir nie erschlossen. Ich hatte nie eine bestimmte Erleuchtung, die einen entsprechenden Glauben rechtfertigen würde. In gewisser Weise ist mir deshalb der religiöse Glaube sogar ein wenig suspekt. Wobei ich jedermanns Glaube akzeptieren und mich deshalb mit persönlichen Meinungen bzgl. der verschiedenen Religionen zurückhalten möchte.

Ich ärgere mich jedoch über die Arroganz manch gläubiger Menschen, die keine anderen Ansichten akzeptieren und ihren Glauben möglicherweise sogar mit Gewalt (ob nun psychisch oder physisch) anderen Menschen aufdrängen. Ich bin entsetzt über die Überheblichkeit der Kirchen, die oftmals hektoliterweise Blut an den Händen haben und deren Obere einzig von Macht und Geld getrieben wurden und werden. weiter lesen »

Ist Gothic (D)ein Lebensstil?

Die bisher im Rahmen des „Gothic Friday“ gestellte Frage mit dem – für mich – größten Kopfschmerzfaktor. Auch nach reiflicher Überlegung kann ich weder mit einem klaren „Ja“ noch mit einem klaren „Nein“ antworten. Kann man seinen individuellen Lebensstil in einem Wort ausdrücken? Welche Faktoren machen einen Lebensstil aus? weiter lesen »

Erinnerungen: SWR3 über das Zillo-Festival 1994

1994 berichtete der Fernsehsender SWR3 über das zweite Zillo-Festival, welches in Durmersheim, „einem kleinen, überwiegend katholischen Dorf“, stattgefand. Eine gewisse Akzeptanz in der Bevölkerung, wie man sie heutzutage zumindest bei großen Veranstaltungen findet, gab es damals nicht. Ein ältere Durmersheimerin liest vor:

Diese Gemeinde pflegt einen Kult um Tod und Verderben um den Satan und alle bösen Geister. Ihre Religion ist das Morbide, Verruchte und Mythische.“

Und Robert Grevemann, Gemeinderat (CDU) übertrifft diese Aussage sogar noch:

Diese Szene hat in einer ihrer Facetten deutlich nekrophile Bezüge. Das muss man mal ganz klar sagen.“

Hach, was gab es seinerzeit doch für schöne Vorurteile. weiter lesen »

Pfingstgeflüster – der Erscheinungstermin naht

Nach diversen schweren Entscheidungen (insbesondere die Fotoauswahl ist jedes Jahr aufgrund vieler interessanter Abbildungen alles andere als eine leichte Aufgabe) konnte ich gestern die Druckdaten für das diesjährige Pfingstgeflüster – dem Rückblick auf das Wave-Gotik-Treffen – an die Druckerei übermitteln. In etwa zwei Wochen – am 25.07.2011 – erscheint dann das „Pfingstgeflüster 2011“ mit insgesamt vierzehn lesens- und sehenswerten Beiträgen:

Inhaltsverzeichnis Pfingstgeflüster 2011Präsentiert werden Einblicke in die Arbeiten der im Rahmen des Wave-Gotik-Treffens lesenden und ausstellenden Künstler wie beispielsweise Christian von Aster, Klaus Märkert, Ronald Galenza, Sara Horwath und Sebastian Rühl. Ein ausführlicher Beitrag über die Gäste des WGT mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen – teils großformatig – verdeutlichen den Facettenreichtum der Szene und interessante Meinungen stellen die Vielfalt aber auch die Gemeinsamkeiten der Besucher dar. Farbige Konzertfotografien von Andreas Liem und Michael Küper erinnern an unvergessliche Auftritte und geben einen kleinen Ausschnitt der auftretenden Künstler wieder. Michael Brunner, der Initiator des WGT, berichtet u.a. von „vergangenen Zeiten”, dem Aufwachsen in der DDR und dem Enthusiasmus aller in den ersten Jahren mit der Organisation des Treffens Betrauten. Einzigartige fotografische Augenblicke aus der Vergangenheit des Treffens – eingefangen von Gerd Lehmann, dem Schöpfer der Gestus-Kalender – erfreuen das Auge. Zusätzlich gibt ein Text über das Schaffen des Fotokünstlers interessante Einsichten. weiter lesen »