Kategorie: Kopfarbeit

Schwarz…

Ein Besuch im Museum für Sepulkralkultur

Sepulkralkultur? Auch mir war dieser Begriff bis zur Planung eines Ausflugs in das Museum nach Kassel unbekannt. Doch das Universallexikon gab Aufschluss:

se|pul|kral [lat. sepulcralis = zum Grabe gehörig]
(veraltet): das Grab[mal] od. Begräbnis betreffend.

Die Internetseite des Museums liefert weiteres Wissen:

Der Begriff Sepulkralkultur (…) bedeutet Grab, Grabstätte und umfasst alle kulturellen Erscheinungen im Zusammenhang mit Sterben, Tod, Bestatten, Trauern und Erinnern: Gräber, Särge und Bestattungsriten und -bräuche, auch Werke zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler und kann so im weitesten Sinne auch als Trauer- und Begräbniskultur verstanden werden.
In der Sepulkralkultur spiegeln sich der kulturelle Stand, die religiöse Einstellung, das Verhältnis zu Geschichte und Natur, die soziale Haltung sowie künstlerisches und kunsthandwerkliches Niveau einer Epoche. Kein anderes Wort umfasst dieses Gebiet so vollständig wie der Begriff Sepulkralkultur, für die Initiatoren ein wichtiger Grund, Institut und Museum so zu benennen.“

Das Sterben und der Tod, Begräbnisriten früher und heute ruft nicht jedermanns freudiges Interesse hervor. Gedanken, die meistens verdrängt werden. Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist grausam – jedoch unausweichlich. Und so widmet sich das Museum für Sepulkralkultur dem Unabwendbaren. Dem unterschiedlichen Umgang mit der Trauer und dem Schmerz. Und der verschiedensten Art und Weise, wie der Toten gedacht und die Erinnerungen bewahrt werden. weiter lesen »

Schwarze Romantik

Robert vom Spontis-Blog lud Leser, Kommentatoren, Freunde zu einem kleinen kulturellen und musikalischen Treffen nach Frankfurt ein. Dieser Einladung folgte ich gerne, interessierte mich die auf dem Programm stehende Ausstellung „Schwarze Romantik“ doch sehr. Vor Betreten des Museums wurden bekannte und unbekannte Gesichter, die Roberts Ruf ebenfalls gefolgt waren, begrüßt. Anschließend wurden die zahlreichen bildgewordenen Abgründe per Führung oder auf eigene Faust entdeckt.

Ich habe weder Angst vor Hexen noch vor Poltergeistern, Gespenstern, Prahlern, Riesen, Taugenichtsen, Bösewichten etc. Ich fürchte keine Kreatur außer einer: den Menschen.“

Francisco de Goya

Der folgende Gastbeitrag von Edith soll einen Einblick in die „Schwarze Romantik“ geben:

Als Berlinerin kenne ich die Busladungen, die vor dem Pergamon-Museum eintreffen. Beispielsweise. Andere Museen in der Stadt zieren sich meist ebenfalls mit langen Menschenschlagen. Nun begab ich mich aber ebenfalls als „Touri“ in eine fremde Stadt und besuchte ein Museum.

Und das nur aus dem einem Grund: „Schwarze Romantik“. Schwarz bin ich sowieso. Romantisch auch noch. Eine Gemäldesammlung, die sich ausschliesslich der Darstellung des Düsteren, Furchteinflössenden, Romantischen widmet, weckte in mir höchstes Interesse.

Das Städel-Museum ist zwar mit seinen über 2.900 Gemälden, 600 Skulpturen, 500 Fotografien und etwa 100.000 Zeichnungen und Graphiken auf jeden Fall einen Besuch wert – aber Frankfurt am Main ist nun nicht gerade vor der Haustür. So musste erst diese Lockung einer Sonderausstellung her, um die Reise vor dem eigenen Geldbeutel zu rechtfertigen.

Auf der Internetseite des Museums ist das Hintergrundbild dieser Ausstellung schon ein gutes Beispiel für das zu Erwartende: eine karge Landschaft, in der eine Reihe düsterer Mönche einem im Nebel verschwindendem Ziel zustrebt. Still, zurückhaltend und phantasieanregend.

Ernst Ferdinand Oehme - Prozession im Nebel
     Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855)
     Prozession im Nebel, 1828
     Öl auf Leinwand, 81,5 × 105,5 cm
     Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

In Deutschland erst- und einmalig widmet sich „Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst“ der dunklen Seite der Romantik und ihrer Fortführung im Symbolismus und Surrealismus. Es gilt, über 200 Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Fotografien zu entdecken. weiter lesen »

Volkstrauer

Der Volkstrauertag ist das Erntedankfest der Rüstungsindustrie.“

Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig
Journalist und Kabarettist im November 2012

Alles wird gut

Die Suche nach einer neuen Heimat war erfolgreich. Marion Alexa Müller und Thomas Manegold vom Berliner Verlag Periplaneta haben mir ihr Vertrauen ausgesprochen. Vor wenigen Tagen wurde der Vertrag unterzeichnet. Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit. Der Bildband über den Zauber des Verfalls wird im März/April 2013 erscheinen.

Schwarzes Vinyl: Eine Reise in die Vergangenheit

Ein Blogbeitrag von Robert (www.spontis.de) weckte in mir den Wunsch, mich nach geraumer Zeit wieder einmal meiner Vinylsammlung zu widmen, die durch CD und MP3 längst ein Randdasein fristet. Mit einer gewissen Spannung blätterte ich durch den ersten Stapel. Teils bunte, teils monochrome Kunstwerke im Format 31 x 31 cm wollten neu entdeckt werden. Es war ein Stöbern in Erinnerungen. Eine Reise in die Vergangenheit. Ein Blick zurück in eine aus heutiger Sicht vollkommen andere Welt – mit einem Lächeln auf den Lippen und ganz ohne Wehmut. Digitalisierte Klänge waren damals größtenteils noch Zukunftsmusik. Das weltweite Datennetz in der heutigen Form – nicht vorhanden. Um interessante Tonträger und neue Gruppen zu finden, durchstöberte ich akribisch diverse Mailorder-Kataloge, deren Schriftgröße einen oftmals zur Verzweiflung brachte und sicher einen gewissen Anteil an der nicht unwesentlichen Fehlsichtigkeit hat. Viel Zeit wurde auch im nächsten Plattenladen verbracht, um „Berge“ von neuen und alten Scheiben zu durchforsten und in die eine oder andere Veröffentlichung „reinzuhören“. Heute gibt es solche Läden wohl kaum noch. In dem von mir favorisierten Plattengeschäft werden gegenwärtig Mobiltelefone angeboten. weiter lesen »