Kategorie: Gottesacker

Der historische Vyšehrader Friedhof

Abseits der Prager Innenstadt liegt die Hochburg Vysehrad. Wegen diverser Trauungen war die Kirche, welche ich als Hauptziel ausgemacht hatte, für die Öffentlichkeit geschlossen. So zog es mich auf den kleinen aber überaus interessanten Friedhof. Welch Glück. Neben historisch bedeutsamen Grabdenkmälern diverser bekannter tschechischer Persönlichkeiten wie Bedřich Smetana und Antonín Dvořák findet man auf engem Raum auch moderne Varianten und zahlreiche überraschende und reizvolle Details.


weiter lesen »

Franz Kafkas letzte Ruhestätte: Der neue jüdische Friedhof in Prag

Direkt neben dem größten Friedhof Prags – dem Olsanske – befindet sich der neue jüdische Friedhof. Wobei der Begriff „neu“ relativ betrachtet werden muss. Wie auf dem alten jüdischen Friedhof spürt man auch hier den Lauf der Geschichte. Eine grüne Wildnis mit grauen Steinen erwartet den Besucher. Einige Schritte abseits der breiten Hauptwege, die über das Areal führen, steht man zwischen schiefen Grabsteinen, eingesunkenen Grabhügeln und alles verschlingendem Efeu. Tageslicht sickert matt durch die Baumkronen. Ein Hauch von immerwährender Ruhe und Abgeschiedenheit. Die Zeit steht still. Ein unscheinbares Schild weist auf das Grab Franz Kafkas hin. Bedeckt mit Zetteln, Münzen und Steinen voller Dankesworte liegt es am Rand des Friedhofs.


weiter lesen »

Prager Friedhof Vinohrady

Unweit des größten Prager Friedhofs findet man auf der anderen Straßenseite den 1885 errichteten „Vinohradský hřbitov“, auf dem sich u.a. das Grab der Familie von Vaclav Havel befindet. Mit 10 Hektar deutlich kleiner, aber auch diese mögen entdeckt werden, steht diese Ruhestätte doch nicht umsonst auf der Liste der nationalen Kulturdenkmäler.


 weiter lesen »

Reste eines mittelalterlichen Begräbnisplatzes: Der historische jüdische Friedhof in Frankfurt

Das Tor des historischen jüdischen Friedhofs in Frankfurt ist nicht nur an Sabbat, dem Ruhetag im Judentum und an religiösen Feiertagen verschlossen. Eine Besichtigung ist trotzdem möglich. Um die Schlüsselgewalt zu erhalten, muss man seinen Personalausweis im nebenan gelegenen Museum abgeben.

Der kurze Weg zum Eingang führt an einer als Mahnmal gestalteten Mauer entlang. Eine Vielzahl kleiner, in das Mauerwerk eingelassener Quader erinnern an die etwa 12.000 aus Frankfurt verschleppten und ermordeten jüdischen Bürger. Auch der Name Anne Frank ist auf einer der Tafeln zu lesen. Unter dem jeweiligen Namen ist Geburts- und Todestag sowie der Sterbeort zu lesen. Doch so manche freie Stelle zeugt von Unwissenheit. Tag und Ort des zumeist gewaltsamen Ablebens: unbekannt. Ein verschollenes Leben.

Leicht öffnet sich das Gittertor. Wie durch eine Glocke geschützt bleibt die „Welt“ vor der Mauer. Dahinter scheint eine andere Zeit zu herrschen. Mich erwartet ein offenes Areal. Kurz geschnittenes Gras. In der Mitte bilden Trümmer zerstörter Steine einen Haufen, über den sich langsam das Grün der Natur legt. Zu einem großen Teil wurde der zweitälteste jüdische Friedhof in Deutschland während der Bombenangriffe 1943/44 zerstört. Doch in einer Ecke drängen sich unter großen Bäumen schiefe Grabsteine zusammen. Dicht an dicht. Sich gegenseitig schützend und stützend. Die sehenswerten Reste eines mittelalterlichen Begräbnisplatzes, auf dem sich die Gestalten der Verstorbenen, die in der engen Gemeinsamkeit den Tag der Auferstehung erwarten, schemenhaft materialisieren. weiter lesen »

150 Jahre Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof in Berlin

Mit zahlreichen vielfältigen Veranstaltungen wie der Vorführung des Stummfilms „Der müde Tod“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1921 musikalisch begleitet von Graf von Bothmer am Flügel oder einer Lesung der ehrenamtlichen Sterbebegleiterin und Bestatterin Susanne Jung feierte und feiert man in diesem Jahr das 150jährige Bestehen des Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs in Berlin-Schöneberg.

Der im Jahr 1864 vor den Toren der Hauptstadt entstandene Friedhof ist mittlerweile von Straßen und Häusern eingeschlossen. Eine Durchfahrt durch ein Wohnhaus führt auf den Friedhof. Das gepflegte parkähnliche Gelände beherbergt sehr alte Bäume, deren mächtige Kronen ordentliche Reihengräber und einige wunderbar gestaltete Erbbegräbnisse an der Begrenzungsmauer überdachen. Den meisten Besuchern dürfte wie mir zuerst das Erbbegräbnis der Familie Fröhlich ins Auge fallen; eine Grabwand aus Muschelkalk, die mich unweigerlich an italienische Friedhöfe denken lässt.

Ebenso sehenswert ist der helle Marmorengel mit ausgebreitenden Armen und gesenktem Blick auf dem Grab von Bertha von Arnswaldt, die den wohl bedeutendsten literarischen Salon in Berlin vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs führte. weiter lesen »