Kategorie: Tonstudio

Original vs. Kopie VII: Diane

Original: Hüsker Dü

„Hüsker Dü“ – ein ungewöhnlich klingender Bandname, der sich aus der norwegischen Sprache ableitet. „Husker Du?“ heißt soviel wie „Erinnerst Du Dich?“. Und Songwriter Grant Hart (Gesang, Schlagzeug) erinnerte sich für das Musik- und Kulturmagazin Intro an die traurigen Hintergründe zu einem ihrer bekanntesten Titel:

Als ich ‚Diane‘ schrieb, herrschte in Minneapolis Angst vor einem Monster, das junge Frauen vergewaltigte und ermordete. Diane Edwards war 1980 auf dem Heimweg von ihrer Arbeit als Kellnerin in St. Paul, Minneapolis gewesen und von der Straße entführt worden. Augenzeugen hatten gesehen, wie sie in einen Kombi gezogen wurde. Die Entführung hatte eine Meile von dort, wo ich aufwuchs, stattgefunden. Viele Freunde kannten sie und ihre Familie. Ich nicht. Überall, wo damals Konzertplakate hingen, waren nach dem Mord Plakate angeklebt, auf denen eine Belohnung ausgeschrieben war, die sich kontinuierlich erhöhte. weiter lesen »

Generation Underground

„Generation Underground“ ist eine musikalische Zeitreise in die End-70er- und in die 80er-Jahre, als ein Teil der Jugendlichen sich nach neuen Klängen und Aussagen sehnte und dem oberflächlichen Einheitsbrei der in den Chart platzierten Titel nichts abgewinnen konnte. Als eingefahrene Wege verlassen wurden, Künstler experimentierten und die Plattenaufleger in alternativen Clubs und Discotheken durch ihre Auswahl die Gäste überraschten. Als Gitarrensoli ausgedient hatten, die Blütezeit des Punk sich langsam dem Ende zuneigte und neue Subkulturen und Genres entstanden. Als kreative Musiker die elektronische Klangerzeugung für sich entdeckten. Als der kalte Krieg und die Angst vor Atomkraft Gedanken und Handeln beeinflussten. Als die Compact Disc noch skeptisch beäugt wurde, Internet noch ein Fremdwort und MP3 noch Zukunftsmusik waren. Und als der Underground in gewisser Weise noch unabhängiger war. weiter lesen »

Tonspuren zum Papstbesuch

Die perfekte musikalische Untermalung zum Deutschlandbesuch des Papsts:


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Original vs. Kopie VI: Paint it black

Nach der Veröffentlichung der Single im Jahr 1966 mussten sich die „Rolling Stones“ gegen Rassismusvorwürfe wehren. Der Songtitel wurde auf das Cover fälschlicherweise bzw. ohne Wissen der Band mit einem Komma gedruckt: „Paint It, Black“. Doch wer den Text anhört, wird feststellen, dass diese Vorwürfe lächerlich waren. Der Text voller Trauer und Hoffnungslosigkeit steht in einem interessanten Kontrast zum schnellen Rhythmus der Musik. Das einzige Stück von Mick Jagger & Co., welches mich dauerhaft begeistern kann. „Paint It Black“ wurde von zahlreichen Musikern gecovert. Unter anderem von Marc Almond (gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra), „The Eternal Afflict“, „U2“ und eben „Inkubus Sukkubus“, deren Version dem Original mindestens ebenbürtig ist. Mindestens – denn die Kopie verlässt meine Lautsprecher deutlich öfter als das Original. weiter lesen »

Original vs. Kopie V: 51st state

Der Titel „51st state“ ist untrennbar mit der Band „New Model Army“ verbunden. Doch was sogar der eine oder andere Fan der seit über drei Jahrezehnten existierenden Formation nicht weiß: Der Song wurde 1979 von Ashley Cartwright – einem Freund von Justin Sullivan, dem Frontmann von „New Model Army“ – für seine Band „The Shakes“ geschrieben. Die Band löste sich jedoch auf. „New Model Army“ arrangierten den Song im Jahr 1983 neu und fügten ihm eine dritte Strophe hinzu. Bei den Aufnahmen entbrannte eine Diskussion, ob das Stück nun akustisch oder elektronisch umgesetzt werden sollte. Glücklicherweise entschied man sich letztendlich für eine Mischung, welche „51st state“ erst richtig zum Leben erweckte. weiter lesen »