Original vs. Kopie VIII: War Pigs

Original: Black Sabbath

Der ursprüngliche Titel lautete „Walpurgis“. Auch der Text unterschied sich von der letztendlich auf dem 1970 erschienenen Album. Doch die Plattenfirma zeigte sich von den aus ihrer Sicht zu satanistischen Worten wenig begeistert.

Witches gather at black masses
Bodies burning in red ashes
On the hill the church in ruin
Is the scene of evil doings…“

So entschied sich die Band, diese zu ändern und einen Text gegen den Krieg zu schreiben:

…Politicians hide themselves away
They only started the war
Why should they go out to fight?
They leave that role to the poor…“

„War Pigs“ – sicherlich eines der bekanntesten Stücke von „Black Sabbath“. Zu finden auf einer der wohl beeindruckensten A-Seiten der Musikgeschichte. Neben dem fast achtminütigen „War Pigs“ enthält diese auch die beiden grandiosen Stücke „Paranoid“ und „Iron Man“. Die englische Band befand sich auf ihrem kreativen Höhepunkt. Neben den dunklen und eingängigen Gitarrenriffs gräbt sich besonders der intensive, kraftvolle und abwechslungsreiche Einsatz des Schlagzeugs tief ins Gehirn ein.

Kopie: PIG

Raymond Watts (u.a. Toningenieur für „Einstürzende Neubauten“ und Mitglied bei „KMFDM“) mit seinem Projekt „PIG“ dürfte einer der wenigen Künstler sein, die das Wagnis eingegangen sind, dem Titel ohne die charakteristischen Gitarren neue Impulse zu geben. Diese Version erreicht nicht die Wucht des Originals, doch die verzerrte Stimme und die elektronischen Klänge geben dem Song eine frische und interessante Sichtweise.

P.S.: Ebenso spannend wie andersartig ist die einzig mit Keyboards und Schlagzeug vorgetragene Version von „The Dresden Dolls“. Besonders mitreißend der volle Körpereinsatz von Drummer Brian Viglione.

2 Kommentare

  1. Geschrieben am 12. März 2012 um 23:36 | Permalink

    Das Original scheitert leider an meinem Geschmack hinsichtlich des Genre, daher spare ich mir ein ungewollt subjektives Urteil.

    PIG – War Pigs lockt durch vielfältige elektronische Klänge eines ungeahnt breiten Spektrum an Effektgeräten und Verzerrern. Es ist interessant, reißt mich aber nicht vom Stuhl, womöglich weil mir die Eingängigkeit fehlt.

    Dresden Dolls? Yeah! Da kommt Energie rüber, der Funke springt über, ich mage es.

    Und da behaupte jemand noch, dass man es nicht besser machen könnte als das Original. Gut, ich gebe zu, dass solche Vergleiche hinken, schließlich spielen viel zu viele Faktoren eine Rolle und beeinfluss die persönliche Wahrnehmung erheblich.

    Die Dresden Dolls mochte ich immer schon, während ich Black Sabbath zwar Respekt entgegenbringe, sie aber einfach nicht leiden kann.

    Jedenfalls bedanke ich mich für den musikalischen Ausflug in andere Sphären, das hat mal wieder gut getan.

  2. Marcus
    Geschrieben am 24. März 2012 um 11:56 | Permalink

    Du kannst gewiss sein, dass ich mich an subjektiven Urteilen zumeist nicht stören würde. Musik lässt sich kaum objektiv „erleben“. Ansonsten wäre Musik eine leidenschaftslose Angelegenheit.

    „Und da behaupte jemand noch, dass man es nicht besser machen könnte als das Original.“ – Oftmals scheitert eine Neuinterpretation mit zuweilen deutlich besseren Musikern, neueren Aufnahmetechniken und ausgefeilteren Arrangements an der emotionalen Bindung, die man zum Original hat. Und das ist auch vollkommen in Ordnung. Ohne diese Bindung hat es eine Coverversion natürlich ungemein leichter, das Wohlwollen des Hörers zu gewinnen.

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