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150 Jahre Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof in Berlin

Mit zahlreichen vielfältigen Veranstaltungen wie der Vorführung des Stummfilms „Der müde Tod“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1921 musikalisch begleitet von Graf von Bothmer am Flügel oder einer Lesung der ehrenamtlichen Sterbebegleiterin und Bestatterin Susanne Jung feierte und feiert man in diesem Jahr das 150jährige Bestehen des Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs in Berlin-Schöneberg.

Der im Jahr 1864 vor den Toren der Hauptstadt entstandene Friedhof ist mittlerweile von Straßen und Häusern eingeschlossen. Eine Durchfahrt durch ein Wohnhaus führt auf den Friedhof. Das gepflegte parkähnliche Gelände beherbergt sehr alte Bäume, deren mächtige Kronen ordentliche Reihengräber und einige wunderbar gestaltete Erbbegräbnisse an der Begrenzungsmauer überdachen. Den meisten Besuchern dürfte wie mir zuerst das Erbbegräbnis der Familie Fröhlich ins Auge fallen; eine Grabwand aus Muschelkalk, die mich unweigerlich an italienische Friedhöfe denken lässt.

Ebenso sehenswert ist der helle Marmorengel mit ausgebreitenden Armen und gesenktem Blick auf dem Grab von Bertha von Arnswaldt, die den wohl bedeutendsten literarischen Salon in Berlin vor dem Ausbruch des ersten Weltkriegs führte. read more »

Ausstellung: Ansichten des Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs

Anlässlich des 150jährigen Bestehens des Alten Zwölf-Apostel-Kirchhofs in Berlin-Schöneberg werden in der Wartehalle Schwarz-Weiß-Fotografien, die im Rahmen zweier Besuche dieses Friedhofs entstanden sind, gezeigt.


Eröffnet wird die Ausstellung am 21. September 2014, dem „13. Tag des Friedhofs“.

Die Ausstellung wird voraussichtlich bis zum Jahresende zu sehen sein.

Friedhöfe an der Bergmannstraße: Leichtigkeit zwischen Sein und Nicht-Sein

An einem frostigen Novembertag vor zwei Jahren erkundete ich erstmals die Friedhöfe an der Bergmannstraße ausgiebig. 600 Meter zieht sich die Mauer, welche die Toten von den Lebenden trennt, parallel die Straße entlang. Vom Morgen bis zur Dämmerung durchstreifte ich das fast 21 Hektar umfassende Gelände, welches vier Friedhöfe beherbergt, die mittels Durchbrüchen miteinander verbunden sind: II. Dreifaltigkeitskirchhof, II. Friedhof der Friedrichswerderschen Gemeinde, IV. Kirchhof der Jerusalems- und Neue Kirche und Alter Luisenstädtischer Friedhof. Fast 190 Jahre Geschichte bilden sich in den verschiedenen Stilen der Grabmale ab. So entschädigte eine überaus befriedigende Auswahl interessanter Details für eiskalte Finger und eine fast abgefrorene Nase.


Nun veranlasste mich ein Hinweis von Shan Dark, der Fürstin des wundervollen schwarzen Planeten, diesen Friedhöfen einen erneuten Besuch abzustatten. Die Information, dass hinter den Friedhofsmauern in Berlin-Kreuzberg ein Café eröffnet hat, machte mich neugierig. Eine ehemalige Aufbahrungshalle beherbergt seit einigen Monaten das Café Strauss. Gruselig? Pietätlos? Störung der Totenruhe? read more »

Ewige Ruhe: Jüdischer Friedhof Weißensee

Berlin – ein Konglomerat aus Dörfern, Kleinstädten, Mietskasernen, Plattenbauten und einer Glas-Beton-City. Rundherum Wälder, dazwischen Parks und zahlreiche Friedhöfe. Beim Durchstreifen dieser Begräbnisstätten gibt es zwischen dem geschäftigen Treiben der gießkannenschwenkenden Besucher wiederholt Überraschendes, Erstaunliches und auch Seltsames zu entdecken. Interessante Denkmäler, schöne Skulpturen, phantasievoller Grabschmuck und die leuchtenden Farben der frischen Blumen.

Anders muten jüdische Friedhöfe an. In der Hauptstadt gibt es derer vier, von denen zwei seit Kriegsende geschlossen sind. Beisetzungen finden noch auf dem Waldfriedhof in der Heerstraße und in Weißensee statt. Bei einem Ausflug sollte man bedenken, dass jüdische Friedhöfe samstags für gewöhnlich geschlossen sind. Im jüdischen Glauben ist der Sabbat (Freitag- bis Samstagabend von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang) ein Ruhetag, an dem nicht gearbeitet werden darf. Ebenfalls sollten männliche Besucher nicht vergessen, ihr Haupt zu bedecken. Das muss nicht mit der traditionellen Kippa geschehen – eine Wollmütze beispielsweise ist ausreichend.

Jüdischer Friedhof Weißensee

Zum Gedenken an die jüdischen Opfer in den vielen Konzentrationslagern wurde im Eingangsbereich ein schlichtes Rondell angelegt. Ein paar Minuten des Nachdenkens erinnern an die dunkle Geschichte dieses Landes.

Der Jüdische Friedhof in Weißensee ist alt und präsentiert sich in gewisser Weise dunkel. Und er hat große Ausmaße. Die Bäume sind riesig. read more »

Südwestkirchhof Stahnsdorf – charmanter Wildwuchs

Das Licht des leuchtenden Vollmondes erhellte die Grabstellen. Gelegentlich schoben sich dunkle Wolkenfetzen vor den weißen Himmelskörper. Am Rande zeichnete sich die Silhouette eines Kreuzes ab. Der furchteinflössende Schatten einer hageren, kahlköpfigen Gestalt huschte über die Leinwand. Neben dem geheimnisvollen Rascheln der Bäume und dem furchteinflössenden Knistern in der Dunkelheit war nur leise Klaviermusik, die zusätzlich für Gänsehaut sorgte, zu hören. Die steinernen Augen der Büste Friedrich Wilhelm Murnaus beobachteten von seinem Grab aus die Vorstellung…

So oder so ähnlich könnte sich die Szenerie eines Nachts im Sommer 2003 abgespielt haben, als auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf im Rahmen einer „Friedhofsnacht“ ganz in der Nähe der Grabstätte des Stummfilmregisseurs der Klassiker „Nosferatu – eine Symphony des Grauens“ aufgeführt wurde.

Wild und märchenhaft präsentiert sich dieser weitläufige Friedhof vor den Toren Berlins. Geplant als Zentralfriedhof, weil innerstädtische Friedhöfe zu klein wurden. Auf schmalen Waldwegen taucht der Besucher abseits der lichten Hauptachsen in die Schatten hoher Bäume ein. Vorbei an sehenswerten Mausoleen, Grabwänden und Skulpturen. read more »